Gut Ding will bekanntlich Weile haben. Nun liegt, 33 Jahre nach Entstehung des Materials, endlich eine rundum befriedigende Version eines lange verloren geglaubten Schatzes aus der Krautrock-Ära vor. Damit dürfte nun auch ein Schlussstrich unter das Kapitel Harmonia gezogen sein. Die Band war zwar nach Veröffentlichung des gefeierten Konzertmitschnitts „Live 1974“ vor zwei Jahren wieder aktiv und hat einige umjubelte Konzerte in Berlin, Großbritannien, USA und Australien gegeben, aber Rother und Roedelius haben übereinstimmend erklärt, dass es keine Fortsetzung der Live-Auftritte geben werde – auch wenn das für sie in mancherlei Hinsicht lukrativ wäre. Aber die deutsche Avantgarde der 70er hat sich nie von kommerziellen Interessen leiten lasen. Credo damals wie heute: Gute Musik entsteht ungefiltert aus der Künstlerseele heraus, nicht aufgrund von wie auch immer gearteten Strategien und Gedankenspielen. Und wie man an „Harmonia & Eno 1976 – Tracks and Traces“ sieht, verblasst Qualität unter diesen Umständen nicht. Auch Jahrzehnte später nicht. Also: Auf Spurensuche machen, bitte!

Album „Tracks And Traces“

Label: Grönland Records

VÖ: 18.09.09