Susanne Sundfør aus Haugesund in Norwegen hatte bereits als kleines Mädchen Klavierunterricht. Als sie stolz ihre erste Komposition präsentiert, sagt ihr die Lehrerin, sie solle erst mal richtig Klavierspielen lernen. Zu dieser Geschichte sagt Susanne heute lakonisch: „Sie hatte nicht ganz Unrecht“. Doch ist es bezeichnend für die inzwischen 25-jährige Künstlerin, dass sie sich damals nicht beirren und entmutigen ließ, sondern ihren Weg ging, und bald in der Osloer Musikszene als Pianistin und Songwriterin für Aufsehen sorgte. Heute landet Susanne Sundfør in Norwegen Charterfolge, räumt Preise ab und ist der absolute Kritikerliebling.
Dass die Kritiker nicht übertreiben, hören wir auf „The Brothel“. Eine Platte, wie man sie noch nicht gehört hat. Sie ist kunstvoll. Sie ist tiefgründig. Sie ist ambient. Sie ist exotisch. Sie steckt voller Spannung. Klavierläufe konkurrieren und verschmelzen mit Holzbläsern, um in plötzlichen Industrial-Samples zu bersten. Über all dem: Susannes Stimme. Ein außergewöhnliches Organ. Sie schmettert, sie haucht, sie klagt, sie schwelgt, trifft immer den richtigen Ton in ihrer verzauberten Klangwelt, von der man sofort in Bann gezogen wird.

Live: 22.11.11 Bleu Lézard, Lausanne

 

Album: The Brothel, Label: Grönland Records