In Deutschland, wo die Schublade zu den stilbildenden Elementen gehört, verwirren Künstler, die ihr kreatives Potenzial unverkrampft auf ganz verschiedenen Ebenen ausleben. Die ungewöhnliche Integrität vor der hochtechnischen Kamera zu agieren und gefühlte Momente später auf einer speckigen Clubbühne im Sound handgemachter Musik aufzugehen ist den meisten suspekt. „Ich mag dieses ganze Kategorien-Denken nicht“, sagt Uwe Ochsenknecht. „Ein Schauspieler, der nebenbei auch singt, oder ein Sänger, der nebenbei auch vor der Kamera steht. Warum kann man nicht beides machen?“

Uwe Ochsenknecht tut es: Als einer der erfolgreichsten Schauspieler deutschen Zungenschlags („Das Boot“, „Männer“, „Schtonk!“, „Warum Männer nicht zuhören…“) veröffentlicht er am 28. November sein fünftes Studioalbum „MatchPoint“. Aufgewachsen in der Nähe von Mannheim mit Motown-Sound, den Creedance Clearwater Revival und Beach Boys im Ohr, definiert er seine heutigen musikalischen Ausblicke mit Bands wie Audioslave, Coldplay oder den Kaiser Chiefs. Seine eigenen Tracks ergeben einen Sound wie ein inhärentes Puzzlebild aus Soul, Blues und Rock’n’Roll. „Es sind wie kleine Teilchen, unterschiedlich im Einzelnen im Gesamten jedoch werden sie zu einem Ganzen.“ – zu einem Soundteppich, der von der Stimme Ochsenknechts beherrscht wird.

Gemeinsam mit seinen Produzenten Michael Kersting und Oliver Rüger erzielt der Musiker keine radikalen Statements, sein Ding ist es vielmehr, Emotionen weiterzugeben, so, wie er Glück beim Singen spürt: Liebe, Trauer – oder puren Rhythmus. „Adult Rock“, nennt er das, was er macht.

Am Ende bleiben Songs von gravierender Intensität.

 

Album: Match Point

Label: GLOR Music

VÖ: 28.11.08